Kreative systemische Fallarbeit in psychosozialen Berufen
25 Juni 2027 – 10:00 bis 13:30
Wenn Fälle festgefahren erscheinen
Kreative systemische Fallarbeit in psychosozialen Berufen
Seminarbeschreibung
Manche Fälle beschäftigen Fachkräfte weit über ein Gespräch hinaus. Obwohl bereits vieles versucht wurde, scheint sich wenig zu verändern. Klient:innen wiederholen bekannte Muster, Aufträge bleiben unklar oder die eigene fachliche Handlungsfähigkeit nimmt zunehmend ab.
Gerade in solchen Situationen kann es hilfreich sein, den Fall nicht noch intensiver aus derselben Perspektive zu betrachten, sondern den Blickwinkel zu verändern.
Dieses kompakte Seminar vermittelt kreative systemische Methoden, mit denen komplexe oder festgefahren erscheinende Fälle neu sortiert und zusätzliche Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden können.
Vom Problemdruck zum Handlungsspielraum
Systemische Fallarbeit richtet den Blick nicht nur auf die Klient:innen. Sie berücksichtigt ebenso Beziehungen, Erwartungen, Aufträge, institutionelle Rahmenbedingungen und die persönliche Resonanz der beteiligten Fachkraft.
Dadurch wird sichtbar, welche Dynamiken den bisherigen Verlauf beeinflussen – und an welchen Stellen wieder Bewegung entstehen kann.
Ihr Nutzen
Sie lernen eine strukturierte und zugleich kreative Form der Fallreflexion kennen. Eigene anonymisierte Fälle können eingebracht und anhand ausgewählter Methoden gemeinsam betrachtet werden.
Der methodische Fokus liegt auf:
- Klärung von Anliegen, Auftrag und Zuständigkeit
- Unterscheidung zwischen Problem, Ziel und Auftrag
- Erkennen wiederkehrender Interaktionsmuster
- zirkulären, hypothetischen und lösungsorientierten Fragen
- Externalisierung und Arbeit mit inneren Anteilen
- Ressourcen-, Ausnahme- und Skalierungsfragen
- Reflexion von Nähe, Distanz und eigener Resonanz
- kreativen Formen kollegialer Fallberatung
- Entwicklung kleiner, realistischer nächster Schritte
Die vorgestellten Vorgehensweisen können sowohl in der unmittelbaren Arbeit mit Klient:innen als auch in Teamsitzungen und kollegialen Fallbesprechungen eingesetzt werden.
Für eingebrachte Fälle gelten Vertraulichkeit und eine konsequente Anonymisierung.
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an Fachkräfte und Interessierte aus psychosozialen, pädagogischen, beratenden und therapeutischen Arbeitsfeldern. Besonders angesprochen sind Mitarbeitende aus Sozialer Arbeit, Jugendhilfe, Beratung, Psychologie, Pädagogik, Betreuung und Eingliederungshilfe.
Systemische Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht erforderlich.
Organisatorischer Rahmen
Termin: Freitag, 25. Juni 2027
Uhrzeit: 10:00–13:30 Uhr einschließlich 30 Minuten Pause
Umfang: 4 Unterrichtseinheiten
Format: Präsenzseminar
Veranstaltungsort: HGS-Institut, Weinbergstraße 2, 93055 Regensburg
Teilnahmegebühr: 75 € pro Person
Teilnehmerzahl: maximal 6 Teilnehmende
Anmeldung: info@hgs-institut.de
Referent
Florian Hopfenmüller
Psychologe M. Sc.
Systemischer Paar- und Familientherapeut (DGSF)
Heilpraktiker für Psychotherapie
Florian Hopfenmüller arbeitet in eigener psychologischer Praxis, als psychologischer Fachdienst in der stationären Jugendhilfe sowie in Supervision und Fortbildung. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Ressourcenorientierung, Perspektivwechsel und die Entwicklung konkreter Handlungsmöglichkeiten in komplexen Fallkonstellationen.
